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Schilddrüsenpraxis Josefstadt

Jod und Schilddrüse

Jod ist Bestandteil der Schilddrüsenhormone und zu deren Bildung unbedingt notwendig.

Mitteleuropa und damit auch Österreich waren Jahrtausende lang Jodmangelgebiet. Bei Jodmangel vergrößert sich die Schilddrüse – dieser sogenannte Kropf war früher weit verbreitet. Seitdem das Speisesalz in Österreich jodiert wird, ist die Kropfhäufigkeit deutlich zurückgegangen. Die schwerste Form des Jodmangels (Kretinismus), der zu Kleinwuchs und geistiger Retardierung führt, kommt heutzutage praktisch gar nicht mehr vor. Auch die aggressiven Formen von Schilddrüsenkrebs sind durch die Speisesalzjodierung deutlich zurückgegangen.

Wie hoch ist der tägliche Jodbedarf?

Jod ist ein essentielles Spurenelement, das der Körper selbst nicht herstellen kann. Es muss daher durch die Nahrung zugeführt werden. Der tägliche Jodbedarf beim Erwachsenen beträgt 100-150 µg. Ein Mikrogramm (µg) ist ein Millionstel Gramm. Schwangere und Stillende haben einen höheren Jodbedarf, da sie das Baby mitversorgen müssen.

Wo ist Jod enthalten?

In unserer Ernährung gewährleisten vor allem folgende Lebensmittel eine konstante Jodzufuhr: Seefisch und Meeresfrüchte, jodiertes Salz, Algen, jodreiche Mineralwässer und (zu einem geringeren Teil) Milchprodukte.
Jod wird aber nicht nur durch die normale Ernährung aufgenommen. Auch viele Nahrungsergänzungsmittel (Multivitaminpräparate), manche Medikamente (z.B. Amiodaron) und Röntgenkontrastmittel sowie braune Wunddesinfektionsmittel enthalten teilweise große Mengen Jod.

Jodhaltige Nahrungsmittel – SeefischJod ist ein essentielles Spurenelement und wird durch die Nahrung aufgenommen.

Muss man bei Schilddrüsenerkrankungen Jod meiden?

Manchmal schon – das kommt aber auf die Schilddrüsenerkrankung an:
Eine Schilddrüsenüberfunktion kann durch eine hohe Jodzufuhr verstärkt werden. Bei Morbus Basedow und bei heißen Knoten sollte man daher darauf achten, keine großen Jodmengen zuzuführen.

Chronische Immunthyreoiditis Hashimoto kann sich in unter Umständen in der Anfangsphase durch Jod verschlechtern und sollte vorübergehend in großen Mengen gemieden werden. Während der Schwangerschaft wiederum überwiegen hier die Vorteile einer zusätzlichen Jodsupplementation fürs heranwachsende Kind. Fragen Sie am besten Ihren Schilddrüsenarzt.

Nach einer operativen Entfernung der Schilddrüse kann der Körper die Schilddrüsenhormone nicht mehr selbst aus Jod bilden, man führt ihm die Hormone in Tablettenform zu. Man muss sich um ein mögliches Zuviel an Jod aber keine Gedanken machen: Jod, das im Körper nicht benötigt wird, wird ausgeschieden (hauptsächlich über den Harn).

Wenn Ihnen Ihr Schilddrüsenarzt empfohlen hat, große Jodmengen zu meiden, sollten Sie keine jodhaltigen Nahrungsergänzungsmittel (Multivitaminpräparate) und Medikamente nehmen und keine jodhaltigen Röntgenkontrastmittel oder braunen Wunddesinfektionsmittel verwenden. Reduzieren Sie in Ihrer Ernährung Seefisch, Meeresfrüchte, Algen und jodreiche Mineralwässer.
Vor einer Radiojodtherapie oder einer Ganzkörperszintigrafie (bei Karzinompatienten) muss man die Jodzufuhr vorübergehend sehr streng einschränken. Hier kann auch die Jodzufuhr über jodiertes Salz und große Mengen Milchprodukte eine Rolle spielen.

Lachs ist ein jodhaltiges Nahrungsmittel.Meeresfische führen dem Körper Jod zu.

Ist Jod gefährlich?

Generell gilt: Jod ist essentiell für die Schilddrüsenfunktion, es sollte daher eine bewusste Zufuhr von Jod über die Ernährung angestrebt werden. Bei Kinderwunsch, in der Schwangerschaft und in der Stillzeit ist eine zusätzliche Jodsupplementation sinnvoll.
Nur manche Patienten mit Schilddrüsenerkrankungen müssen (vorübergehend) große Jodmengen meiden (siehe oben).

Was ist eine Jodallergie?

Das Jodidmolekül, wie es in Lebensmitteln, im jodierten Speisesalz und auch in Nahrungsergänzungsmitteln vorkommt, kann keine allergische Reaktion hervorrufen – das wäre mit dem Leben gar nicht vereinbar.

Möglich ist lediglich eine Unverträglichkeit gegen an große Moleküle gebundenes Jod, das z.B. in Kontrastmitteln oder Desinfektionsmitteln enthalten ist. Die sogenannte Jodallergie ist also eigentlich eine Kontrastmittelallergie. Die Jodzufuhr über die Ernährung ist in so einem Fall völlig unbedenklich.

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