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Schilddrüsenpraxis Josefstadt

Stillen und Schilddrüse

Auch während der Stillzeit können Schilddrüsenmedikamente eingenommen werden.
Nach der Schwangerschaft sinkt der Bedarf an Schilddrüsenhormon. Wenn Sie Schilddrüsenhormontabletten gegen Schilddrüsenunterfunktion nehmen, ist daher nach der Entbindung eine Dosisanpassung notwendig. Wenn Sie Thyreostatika gegen Schilddrüsenüberfunktion nehmen, sollten Sie ebenfalls mit Ihrem Arzt besprechen, wie diese nach der Entbindung bzw. während der Stillzeit einzunehmen sind.

Was passiert mit dem Immunsystem nach der Entbindung?

Während einer Schwangerschaft trägt die werdende Mutter genetisch teilweise fremdes Gewebe im Bauch. Dies muss das Immunsystem berücksichtigen, und als "Nebeneffekt" bessern sich während einer Schwangerschaft auch Autoimmenerkrankungen. Nach Entbindung stellt sich das Immunsystem wieder um und bestehende Autoimmunerkrankungen verschlechtern sich wieder oder können neu auftreten.
Bei der chronischen Immunthyreoiditis Hashimoto kommt es mehrere Monate nach Geburt meist zu einer vorübergehenden Überfunktion, die durch kurzzeitige Zerstörung von Schilddrüsengewebe hervorgerufen wird. In den Folgemonaten normalisiert sich die Schilddrüsenfunktion wieder, oft kommt es im Anschluss zur Ausbildung einer Unterfunktion. Diese Schilddrüsenentzündung wird auch als Post-Partum-Thyreoiditis bezeichnet.
In der Stillzeit kann auch ein Morbus Basedow wieder auftreten bzw. erstmanifestieren.

Ich nehme Schilddrüsenhormone und möchte stillen.

Schilddrüsenhormontabletten werden bei einer Unterfunktion der Schilddrüse eingenommen, die z.B. im Rahmen einer Hashimoto-Thyreoiditis auftritt. Sie können während der Stillzeit bedenkenlos weiter eingenommen werden und beeinflussen die Schilddrüsenfunktion des Babys nicht.
Beachten Sie aber, dass der Körper nach der Schwangerschaft wieder weniger Schilddrüsenhormon benötigt. Besprechen Sie daher rechtzeitig mit Ihrem Arzt, wie Sie die Schilddrüsenmedikamente nach der Entbindung dosieren sollen und wann Sie zur nächsten Kontrolle kommen.

Ich nehme Thyreostatika und möchte stillen.

Thyreostatika gegen Schilddrüsenüberfunktion gehen zu einem geringen Teil in die Muttermilch über. Aber keine Sorge: Ihre Schilddrüsenärzte verordnen Ihnen Thyreostatika nur in so geringe Dosierungen, dass diese keinen Einfluss auf das Baby haben. Glücklicherweise ist selbst bei einer höheren Thyreostatika-Dosierung  die Konzentration in der Muttermilch selten so hoch, dass sie die Schilddrüsenfunktion des Babys beeinträchtigen würde.
Eine tägliche Einnahme von bis zu 20 mg Thiamazol bzw. 150 mg Propylthiouracil hat keine schädigende Auswirkung auf das Baby. Ihr Schilddrüsenarzt wird Sie diesbezüglich beraten.

Der Jodbedarf in der Stillzeit

Die Schilddrüsenhormone kann das Baby bereits selbst aus Jod bilden. Es wird über die Muttermilch (oder eine entsprechende Milchnahrung) mit Jod, Selen und anderen wichtigen Spurenelementen versorgt. Die stillende Mutter hat daher einen erhöhten Jodbedarf. Generell ist aus diesem Grund die Einnahme eines jodhaltigen Nahrungsergänzungsmittels sinnvoll.
Nur manche Schilddrüsenpatientinnen müssen darauf achten, nicht zu hohe Jodmengen aufzunehmen, z.B. bei einem aktiven Morbus Basedow und Schilddrüsenüberfunktion. Eine bewusste Ernährung mit jodreichen Lebensmitteln wie Seefisch und jodiertem Speisesalz wie ist aber auch in diesem Falle ratsam. Fragen Sie dazu am besten Ihren Schilddrüsenarzt.

Schilddrüsenuntersuchung in der Stillzeit

Die üblichen Untersuchungen zur Beurteilung der Schilddrüsenfunktion und Gewebsstruktur wie Blutabnahme, Ultraschalluntersuchung und Tastbefund sowie eine Feinnadelpunktion können während der Stillzeit wie gewohnt durchgeführt werden.
Auch eine Schilddrüsenszintigrafie ist in der Stillzeit möglich. Da Technetium-99m in die Muttermilch übergeht, muss allerdings die Muttermilch für 24 Stunden nach der Szintigrafie verworfen werden. Danach ist die schwach radioaktive Substanz vollständig abgebaut bzw. ausgeschieden, und es kann wieder bedenkenlos gestillt werden.

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