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Schilddrüsenpraxis Josefstadt

Subakute Thyreoiditis de Quervain

Die subakute Thyreoiditis ist die häufigste Ursache einer schmerzhaften Schilddrüsenentzündung.

Typischerweise treten dabei Schmerzen im Hals im Bereich der Schilddrüse auf, die oft bis ins Kiefer und zum Ohr hin ausstrahlen. Es besteht unterschiedlich stark ausgeprägtes Krankheitsgefühl mit grippeartigen Beschwerden. Ultraschall und Szintigrafie zeigen ein typisches Bild, anfangs ist die Blutsenkungsgeschwindigkeit stark erhöht. Die Behandlung erfolgt mit Medikamenten. Langfristig kann es zu einer Schilddrüsenunterfunktion kommen.

Was ist die subakute Thyreoiditis de Quervain?

Im Gegensatz zur chronischen Entzündung der Schilddrüse, der Hashimoto-Thyreoiditis, tritt die subakute Thyreoiditis de Quervain relativ plötzlich (subakut) auf. Es handelt sich dabei um eine Allgemeinerkrankung, bei der die entzündete Schilddrüse das Leitsymptom ist.

Die Erkrankung tritt saisonal gehäuft im Frühjahr und im Herbst auf. Wie bei jeder Entzündung der Schilddrüse werden auch bei der subakuten Thyreoiditis Schilddrüsenzellen zerstört. Dabei werden Schilddrüsenhormone aus den Zellen freigesetzt und ins Blut abgegeben. Diese plötzliche Erhöhung der Schilddrüsenhormone im Blut führt zu einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose), die meist mehrere Wochen andauert.
Danach entwickelt sich manchmal eine bleibende Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), die dauerhaft mit Medikamenten (Schilddrüsenhormontabletten) behandelt werden muss.

Die Ursache der Erkrankung ist noch nicht völlig klar. Neben der Häufung im Frühjahr und im Herbst scheint ein Zusammenhang mit bestimmten Viren zu bestehen. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

Beschwerden bei subakuter Thyreoiditis de Quervain

Leitsymtom ist der Schmerz im Bereich der Schilddrüse: Die Schmerzen sind oft nur einseitig und können bis zum Kiefer oder bis zum Ohr ausstrahlen. Der entzündete Schilddrüsenlappen ist geschwollen und druckschmerzhaft. Zusätzlich dazu bestehen unterschiedlich stark ausgeprägte Allgemeinbeschwerden. Viele Patienten haben Fieber, Gliederschmerzen oder Muskelschmerzen.

Die begleitende Schilddrüsenüberfunktion zu Erkrankungsbeginn, die durch Zerstörung des Schilddrüsengewebes ausgelöst wird, macht anfangs zusätzliche Probleme: Es kann zu Nervosität, Unruhe, erhöhtem Puls, Schwitzen oder Verdauungsproblemen kommen.

Die Beschwerden sind normalerweise in den ersten Wochen am stärksten. Insgesamt dauert die subakute Thyreoiditis meist drei bis sechs Wochen an, einige Patienten klagen monatelang über Schmerzen.
Entwickelt sich langfristig eine Schilddrüsenunterfunktion, ist diese mit Schilddrüsenhormontabletten gut zu behandeln.

Diagnose der Quervain-Thyreoiditis

Der Nuklearmediziner wird bereits bei der Beschreibung der Symptome eine subakute Thyreoiditis vermuten, natürlich ist aber eine genauere Untersuchung notwendig, um die Diagnose zu sichern.

In der Blutuntersuchung finden sich eine sehr stark erhöhte Blutsenkung und ein erhöhtes CRP (C-reaktives Protein). Die Schilddrüsenfunktion ändert sich im Verlauf der Erkrankung: Anfangs liegt meist eine Überfunktion vor, später normalisiert sich diese wieder. Oft kommt es in Folge zu einer oft permanent behandlungspflichtigen Unterfunktion.

Der routinierte Schilddrüsenarzt erkennt das charakteristische Bild der Erkrankung im Ultraschall. Außerdem zeigt die Schilddrüsenszintigrafie ein typisches Bild: In der Schilddrüse reichert sich der injizierte Tracer nicht oder kaum an.

Behandlung der subakuten Thyreoiditis de Quervain

Die Schilddrüsenentzündung heilt normalerweise von selbst aus, oft müssen jedoch die teilweise sehr unangenehmen Symptome behandelt werden. Entzündungshemmende, schmerzstillende Medikamente führen zu einer raschen Besserung der Beschwerden. Manchmal ist eine Therapie mit Cortison erforderlich.

Die vorübergehende Schilddrüsenüberfunktion, die am Beginn der Erkrankung auftritt, wird nicht medikamentös behandelt. Auch hier behandelt man die Begleitsymptome – zum Beispiel helfen Betablocker gegen das Herzrasen. Körperliche Schonung ist vor allem zu Erkrankungsbeginn wichtig.

In jedem Fall sind engmaschige Kontrollen beim Schilddrüsenspezialisten erforderlich, damit die Medikamente richtig dosiert werden und eine Änderung des Krankheitsverlaufs rasch erkannt wird.

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